Historik

Thüringer Porzellanmalerei Historik

 

1760

Die Zeit der Thüringer Porzellanerfindung. Noch immer hat der Adel in Europa das Monopol über das Porzellan.

1760

Der Zeitpunkt war reif, so gelang es dem Chemiker Georg Heinrich Macheleid das echte Hartporzellan nachzuerfinden, auf der Basis des Glases. Kriterien wie ein reiner weißer Scherben, heller Klang, ein durchscheinender Effekt mussten und waren erreicht. Das war der „Durchbruch“.

1760

Das Monopol des Adels über das Porzellan war gebrochen. Der Weg war frei für Neues Denken und Handeln.

Das erste Porzellan in Thüringen war noch sehr unrein. Es war oft blasig, eisenhaltig, kohlenstoffreich und vieles mehr an Unreinheiten waren zu finden. Die Forschung und Qualitätsverbesserung liefen auf Hochtouren. Das Bürgertum errichtete Manufakuren. Finanzielle Unterstützung bekam es durch das Fürstentum. Erstmals wurde Porzellan für das Bürgertum hergestellt, für den Hausgebrauch. Das war neu, somit entstanden viele neue Formen und Dekore nach Thüringer Art.

1762

Die erste Manufaktur wurde in Rudolstadt, heute Volkstedt gegründet.

 

Thüringer Porzellanmalerei

im 19. Jahrhundert

Die Thüringer Porzellanmalerei war sehr natürlich und lebensnah. Ganz besonders die Figuren zeigten das Leben des Volkes und des Bürgertums sowie der Fürsten. Das war neu im 19. Jahrhundert. Neue Marktchancen und Produktionswege entwickelten sich.

 

Der Porzellanmaler

Der Porzellanmaler war im 19. Jahrhundert ein angesehender, gut verdienender „Mann“, im gehobenen Stand. Ja, es war damals ein Männerberuf. Der Lehnesstand der Bürger verbesserte sich. Die Produktion von Porzellan hatte Konjunktur und es entstanden viele kleine Manufakturen, daraus entwickelte sich später die Industrie.

 

Blumenmalerei

Die Blumenmalerei war damals sehr beliebt, das Malen nach der Natur oder vereinfach abstrahiert. Es gab viele Richtungen. Die Biedermeiererzeugnisse entsprachen dem Wesen des Thüringer Porzellans. Die Palette der Malerei reichte von einfachen bäuerlichen bis zu meisterhaften, hervorragenden Leistungen. Eine besondere, unverwechselbare Ausprägung erhält die Blumenmalerei mit einheimischen Blumen.

 

Strohmuster

Abstrakte, vereinfachte Dekore entstanden für den häuslichen Gebrauch, z.B. das Strohmuster, welches bis heute aktuell ist, der vereinfachte Nachfolger des Indiamusters.

Indianmuster

Vereinfacht gemalt, stilisiert wurde bei ostasiatischen Vorlagen, welche damals sehr modern waren und bis in die heutige Zeit ihre Tradition haben. Das sogenannte indische Blumenmotiv, volkstümliche Formen und leuchtende Bemalung wurden für Porzellan für den Wohnbereich der Küche und der Zierde gewählt.

 

 

Rauenstein

Das hochwertige, mehrfarbige japanische Vogel-Blumenmotiv, heute auch Rauenstein genannt, war und ist typisch für die Thüringer Porzellanmalerei.

 

Die Plattenmalerei

Ebenso typisch Thüringer Malerei war die Plattenmalerei, Pinselmalerei auf Porzellanplatten. Spezialist dafür war das Werk Heubach - Lichte Porzellan. Heute gibt es noch Altmeister, welche diese Tradition pflegen. In Lichte gab es lange Zeit (ab 1882) eine berühmte Porzellanmalschule. Heute ist sie für Hobbymaler frei (bis 2016). Bei aller Spitzenleistung der Porzellanmaler war die Entwicklung nicht aufzuhalten. Der Wettkampf mit der Zeit und die Produktentwicklung siegte und verdrängte die Handmalerei in den Firmen.

 

 

Industrie

Es entwickelten sich in der Jahrhundertwende die Manufakturen zu Fabriken, bis die Industrie daraus erstarkte. Der Porzellanmaler bekam statt Stundenlohn, Stücklohn bis zur Akkordarbeit. Das Profitstreben war nicht mehr aufzuhalten.

 

Drucktechniken

Es entstand der Kupfer- und Steindruck, das Stempelverfahren, die Stempelrolle bis später der Siebdruck vieles ablöste. Druckdekore und billige Abziehbilder ersetzten zunehmend die lebendige, stilvolle, farbenfrohe Handmalerei. Form und Dekor veränderten sich mit zunehmender Industrialisierung.

 

Künstler und Kunsthandwerk heute

Die Industrie überschwemmt den Markt mit immer günstigeren Artikeln. Ein Gegentrend entwickelt sich, er liegt im Kunsthandwerk, im künsterlischen Tun und Handeln. Die Nachfrage nach Sonderanfertigungen, etwas Besonderen steigt. So sind die freien Thüringer Porzellanmaler mehr als Kunsthandwerker. Sie sind Künstler der neuen Zeit und übermitteln mit ihrer Arbeit ein Kulturerbe.

 

Immer mehr Kunden interessieren sich für den Markt der Thüringer Porzellanmalerei. Er verbirgt Spannung, eine Vielseitigkeit und immer wieder Neues zu entdecken. Die Thüringer Porzellanmalerei hat spezielle Maltechniken. Für die Zukunft ist eine europaweite, bzw. internationale Werbung wichtig. Niemals stehen zu bleiben, immer neue Wege zu beschreiten, sodass die Thüringer Porzellanmalerei erhalten bleibt und noch bekannter wird.